Montag, 2. November 2009

Mount Bromo oder der qualmende Vulkan



Selamt malam!
Apa kabar? (=Wie geht´s euch denn so?) Wie bereits letzte Woche versprochen lasse ich euch auch weiterhin an meinen Ausflügen teilhaben. Diesesmal gings zum Mount Bromo, einem der zahlreichen aktiven Vulkane in Indonesien.
Freitag nach der Arbeit gings mit dem Flugzeug nach Surabaya, in den Osten der indonesischen Insel Java. Nach weiteren 3 Stunden Busfahrt sind wir dann schließlich nachts um halb 2 am Hostal angekommen. Strom gabs keinen und so haben wir uns für eine knapp 2 Stunden mit Kerzen bewaffnet in unsere Zimmer verkrochen. Pünktlich um halb 4 sind wir dann schon wieder aus den Federn geschmissen worden um mit Sheeps auf unbestigten Pfaden auf 3000m befördert zu werden. Dort erwartet uns dann um 5 Uhr morgens ein phenomenaler Sonnenaufgang. Und wie dann die ersten Sonnenstrahlen die Rauchschwaden des qualmenden Vulkans in glanzvollem Licht erstrahlen liesen war das Postkarten-Feeling perfekt.
Anschließend gings vom Aussichtspunkt zum Mount Bromo selbst. Beeindruckend wenn man direkt auf dem Kratergrat, der nur einen halben Meter breit ist, um den Vulkan wandert. Rechts und links gehts steil bergab: auf der einen Seite den Vulkan außen runter.........auf der anderen in den Vulkankrater hinein! Lava haben wir zwar nicht gesehen, dafür waren die Rauchschwaden umso dichter, die aus dem Inneren entwichen. Insgesamt ein beeindruckendes Naturschauspiel, das sich uns bot.
Die Kraft der Natur haben wir an diesem Wochenende aber nicht nur in seiner ganzen Pracht gesehen, sondern auch von seiner grausamen Seite. Vor ca. 3,5 Jahren hat eine Ölfirma (Besitzer ist ein aktueller Minister der indonesischen Regierung) ein 2000m tiefes Probeloch gebohrt, um ein neues Öl/Gasfeld zu erschließen in unmittelbarer Nähe mehrerer Dörfer. Dabei wurden Sicherheitsmaßnahmen komplett missachtet und seitdem strömen täglich (!) 100.000 m3 giftigen Schlamms aus dem Erdinneren an die Oberfläche und alles unter sich begraben. Durch die unkontrollierte Bohrung wurde ein natürliches Gleichgewicht gestört. Die Folge: mittlerweile wurden 16 Dörfer von den Schlammmassen unter einer 2m dicken Schicht verschluckt. Tausende Menschen mussten umgesiedelt werden und einige kamen sogar ums Leben bei dieser vom Menschen verursachten Naturkatastrophe. Zusätzlich entstehen neben den großen Bohrlöchern an einigen Stellen in der Umgebung Risse in der Erde, aus denen Methangas und giftiger Schlamm schießt. Wir haben ein Privatgrundstück gesehen (siehe Bild), dessen Haus komplett von dem Erdriss bzw. den ätzendem Gas aufgefressen wird. Mitten in einem Dorf. Wenn ich es nicht selber gesehen hätte, würde ich glauben dass es ein schlechter Scherz ist. Wen es von euch genauer interessiert: der Vorfall hats sogar bis in Wikipedia geschafft (http://en.wikipedia.org/wiki/Sidoarjo_mud_flow).
Bild 2: das ist die Spitze, die noch vom 2 stöckigen Gemeindehaus übrig geblieben ist. Der Rest ist alles unter ausgehärtetem Schlamm begraben...

So far so bad. Was ihr nächste Woche zum Lesen bekommt weiß ich selber noch nicht so genau. Die Planungen laufen noch.....:)

Sampai jumpa minggu depan
Peter

1 Kommentar:

  1. Hallo,Pedro,
    das mit dem Neidischwerden ist dir schon gelungen!!!Ich würde mir am liebsten ins nächste Flugzeug setzen und in die indonesische Sonne fliegen.
    An jedem Wochenende Zeit zu haben für solch tolle Erlebnisausflüge ist schon eine wunderschöne Sache.
    Derweilen darben wir hier im Novemberregen.
    Vielleicht denkst du ja auch ab und zu an uns, wenn du an weißen Stränden liegst, die Unterwasserwelt im kristallklaren Wasser erlebst oder traumhafte Sonnenauf- und - untergänge beobachtest. Hier hat die Sonne momentan nicht Kraft genug, sich durch die Dauerbewölkung zu drängen.
    Mach´s gut
    und sei lieb gegrüßt
    von Mechthild
    P.S Ich weiß nicht, was ich beim Erstellen des Kommentars bei "Profil erstellen" anklicken muss? Kannst du mir mal einen heißen Tipp geben?

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